Im menschlichen Körper gibt es neben den Blutgefäßen noch
ein zweites Gefäßsystem: die Lymphkanäle. Ähnlich einer Kanalisation transportieren diese Gefäße Flüssigkeit aus dem Gewebe ab.
Bei einer Schädigung dieser Lymphkanäle sammelt sich mehr Flüssigkeit im Gewebe an. Es kommt zu erheblichen Schwellungen, die der Arzt als Ödeme bezeichnet. Häufig sind operative Eingriffe Schuld an den Schädigungen des Lymphsystems. Zum Beispiel nach Brustkrebsoperationen kann es deshalb zu einem Anschwellen des Armes kommen.
Lymphödeme oder die Folgen eines schmerzhaften Lipödems (Fettverteilungsstörung) behandelt der Mediziner ebenfalls mit Kompressionsstrümpfen, vorwiegend jedoch i.d.R. mit flachgestrickten Kompressionsstrümpfen.
Ein weiteres Anwendungsgebiet von Kompressionssegmenten ist die Verhinderung von Narbenbildung – z. B. nach Verbrennungen oder Verbrühungen der Haut – gerade dann, wenn eine Narbenbildung zu einer Beeinträchtigung von Gelenkfunktionen führt. Der genaue Wirkmechanismus der therapeutischen Narbenkompression ist bisher unklar. Wahrscheinlich kommt es durch die Kompression zu einer besseren Versorgung des Narbengewebes und zu einer positiven Beeinflussung des Kollagenstoffwechsels.
Kompressionssegmente und - produkte werden außerdem in der ästhetischen
Chirurgie und neuerdings auch von Leistungssportlern - insbesondere bei Ausdauersportarten - sozusagen als legales „Doping“ für Beine etc. eingesetzt.
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